BRIGHAM DES MORDES ANGEKLAGT

Der Mormonenhistoriker B. H. Roberts nahm Bezug auf das Massaker am Fancher-Treck, das Mormonen und Indianer 1857 in den Mountain Meadows begingen, als „beklagenswerteste Episode in der Geschichte Utahs und in der Geschichte der Kirche“. (Comprehensive History of the Church, Bd. 4, S. 139) Auch wenn wir hier nicht den Platz haben, um das Massaker zu diskutieren, so wird der Leser einen Bericht darüber in unserem Buch Major Problems of Mormonism, S. 193-202, finden. Wir haben schon über das Massaker an der Aiken-Gruppe und über das Abschlachten Jesse Harleys wegen Widerstands gegen die Kirche gesprochen. Dies waren sicherlich nicht die einzigen Fälle von Blutsühne im frühen Utah. In Major Problems of Mormonism, S. 181, berichteten wir in Bezug auf die Morde an Ramos Anderson und Dr. Vaun wegen Ehebruchs. John D. Lee erzählt von weiteren Leuten, an denen „Blutsühne“ geübt wurde. Zusätzlich erzählte Hosea Stout, dass am 27. Feb. 1858 mehrere Personen als Indianer verkleidet Henry Jones Haus betraten und ihn mit einer Hure aus dem Bett zerrten und ihn durch eine glatte & knappe Amputation kastrierten“. (On The Mormon Frontier; The Diary of Hosea Stout, Bd. 2, S. 653) Zwei Monate später wurde an Henry Jones und seiner Mutter in Payson “Blutsühne” geübt – angeblich wegen Inzucht. James Monroe wurde wegen Ehebruchs ermordet. Drei „Abtrünnige namens Potter, Wilson und Walker“ wurden von den Mormonen wegen Diebstahls eingesperrt und erschossen. Nur Walker überlebte und scheint später verschwunden zu sein. In Springville wurden Garder G. Potter, William R. Parrish und sein Sohn William B. Parrish wegen Abtrünnigkeit ermordet. Alle diese Morde scheinen von Leuten begangen worden zu sein, die an die „Lehre“ der Blutsühne zu glauben schienen (siehe Mormonism—Shadow or Reality? S. 545-559).

Wegen der Geheimhaltung um die Blutsühne herum, mögen die berichteten Fälle nur einen Teil von denen repräsentieren, die tatsächlich getötet wurden. R. N. Baskin, der als Chefrichter am Höchsten Gericht Utahs diente, war nicht sicher, an wie vielen Leuten in den frühen Tagen Utahs Blutsühne verübt wurde, aber er merkte an: „Bei den Ausgrabungen, die innerhalb der Grenzen Salt Lake Citys während der Zeit vorgenommen wurden, in der ich dort gewohnt habe, sind viele menschliche Skelette in verschiedenen Teilen der Stadt exhumiert worden. Der heutige Stadtfriedhof wurde von den ersten Siedlern eingerichtet. Ich habe nie davon gehört, dass es je der Brauch gewesen wäre, Tote ungeordnet überall in der Stadt zu vergraben; und da nie Särge zusammen mit diesen Skeletten gefunden wurden, ist es ersichtlich, dass der Tod der Personen, zu denen sie einst gehörten, keine natürliche Ursache hatte, sondern dass kriminelle Mittel angewandt wurden… Dass die Daniten durch ihre Bündnisse verpflichtet waren, die kriminellen Befehle des hohen Priestertums gegen Abtrünnige und angebliche Feinde der Kirche auszuführen, steht außer Frage… Wie viele Morde heimlich durch diese Bande von Mördern begangen wurden, wird nie bekannt werden, aber aus den erwähnten Zahlen, die in Hickmans und Lees Bekenntnissen erwähnt werden, und an Hand der Anzahl der menschlichen Skelette, die in Salt Lake City exhumiert worden sind, deren Besitzer offensichtlich ermordet und ohne Totenglocke, Sarg oder christliche Zeremonie vergraben wurden, kann eine Schätzung vorgenommen werden.“ (Reminiscences of Early Utah, Seite 154-155)

Wie auch immer es sein mag, ein Historiker, der einen ehrlichen Blick auf die Bedingungen im frühen Utah wirft, ist zur Schlussfolgerung gezwungen, dass es nicht möglich ist, dass all diese Morde begangen worden sein konnten und den Mörder erlaubt worden sein konnte, frei zu bleiben, ohne dass die Kirche selbst in einer Verschwörung darin verwickelt war. Die folgenden Aussagen sind von den „Bemerkungen des Richters Cradlebaugh zum Anlass seiner Entlassung als Hoher Richter“ in seinem früheren Dienst im Jahre 1859 entnommen:

„Dieser Tag war zwei Wochen nach der Zeit, als Sie in die Geschworenenliste eingetragen wurden… das Gericht schlug die ungewöhnliche Richtung ein, Ihre Aufmerksamkeit auf bestimmte Verbrechen zu lenken – das schreckliche Massaker in den Mountain Meadows. Es erzählte Ihnen vom Mord an dem jungen Jones und seiner Mutter und wie ihr Haus über ihnen niedergerissen wurde, um es zu ihrem Grab zu machen, es erzählte Ihnen von Morden an den Parrishes, und an Potter und Forbes, fast in Sichtweite dieses Gerichtsgebäudes…

Das Gericht hat Gelegenheit gehabt, Haftbefehle auszugeben, um Personen zu inhaftieren, die mit dem Parrish-Mord verwickelt sind; hatte sie vor das Gericht gestellt und untersucht; die Zeugenaussage beschreibt den Umstand der Affären, wie sie keine Parallele haben. Es scheint, dass die gesamte Gemeinschaft in das Begehen dieses Verbrechens verwickelt war. Es scheint eine gemeinschaftliche Bemühung von Seiten der Gemeinschaft zu geben, die Mörder vor der Bestrafung zu schützen, wegen des Mordes, den sie begangen hatten.

Ich könnte Ihre Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken, dass die Beamten, wenn sie versuchten, die wegen der Verbrechen angeklagten Personen zu inhaftieren, es nicht tun konnten; die Gruppen werden beschützt und von der Gemeinschaft geheim gehalten. Kaum waren die Beamten in Sichtweite der Stadt Springville erschienen, erschallte eine Posaune von den Mauern der Stadt. Dies sollte sie ohne Zweifel alarmieren. Die Beamten waren dort, um Haftbefehle auszuführen. Die Beamten verlassen die Stadt und kurze Zeit danach erschallt wieder die Posaune von den Mauern, um bekannt zu geben, dass die Gefahr vorüber wäre. Zeugen werden beschützt; andere werden von Personen in jener Gemeinschaft eingeschüchtert…

Solche Taten und Verhaltensweisen zeigen, dass die Gemeinschaft dort nicht wünscht, dass Kriminelle bestraft werden, es zeigt, dass die Parishes und Potter durch Ratschluss ermordet wurden, dass es mit Bevollmächtigung getan wurde;…“ (The Valley Tan, 29. März, 1859, S. 3)

U.S.-Marschall P. K. Dotson wurde sehr frustriert, als er versuchte, Haftbefehle für ungefähr 40 Männer umzusetzen, die im Mountain-Meadows-Massaker, im Aiken-Massaker und in anderen Verbrechen verwickelt waren. Er schrieb folgendes in einem Brief an Richter Cradlebaugh:

“Ich habe von Ihnen bestimmte Haftbefehle gegen viele Personen in Ihrem gerichtlichen Bezirk wegen Mordes erhalten…

Ich bedaure, Sie informieren zu müssen, dass es nicht in meiner Macht liegt, irgendeinen dieser Vorgänge auszuführen; ich habe wiederholt sowohl mit Hilfe des Militärs als auch mit zivilem Polizeiaufgebot Anstrengungen unternommen, die Haftbefehle, auf die Sie zuletzt anspielten auszuführen, aber ohne Erfolg. So groß ist die Anzahl der in das Begehen dieser Verbrechen verwickelten Personen, und ebenso die Gefühle der Mormonenkirche und der Gemeinschaft zu ihren Gunsten, dass ich mich auf ein ziviles Polizeiaufgebot nicht stützen kann, um mir bei der Inhaftierung zu helfen…“ ("Journal History," 3. Juni 1859, wie in Orrin Porter Rockwell; Man of God, Son of Thunder, S. 292-293, zitiert)

Es war für viele Leute im frühen Utah offensichtlich, dass Brigham Young für den Tod vieler Leute verantwortlich war, aber mit der Macht, die er hatte, war es fast unmöglich, ihn zu überführen. Nachdem Bill Hickman bekannte, Morde für die Kirche begangen zu haben, hatten einige das Gefühl, dass es eine Chance geben könnte, Präsident Young erfolgreich dafür zu belangen, dass er den Mord an Richard Yates angeordnet hatte. Hickman gab folgende Information über den Tod von Yates:

„Ein gewisser Yates, ein Händler… kam zweimal nach Bridger und kaufte Fleischrinder für die Regierung… Wir beobachteten jeden Tag die Lager der Vereinigten Staaten… Eines Tages bewegten sie sich ungefähr vier Meilen den Bach hinauf und wir sahen eine Lücke zwischen ihnen und ihren Rindern. Wir stießen vor und trieben siebenhundertundfünfzig Stück fort…

Ungefähr zu dieser Zeit wurde öffentlich bekannt gemacht, dass Yates den Soldaten seine Munition überließ und dass er für sie als Spion tätig war… einer der Conover-Jungs… sah einen einzelnen Mann reisen… nachdem er seinen Namen, Yates, erfuhr, ließ er ihn nach Bridger marschieren, wo er in die große Steinburg gebracht und eine Wache über ihn gesetzt wurde…

Ich möchte hier erklären, dass das Amt, das ich innehatte, das eines unabhängigen Captains war, niemandem verantwortlich, außer dem kommandierenden General oder Gouverneur Brigham Young… Ich wurde gebeten, den Gefangenen Yates mit mir in die Stadt zu nehmen… Er hatte eine schicke Golduhr und neunhundert Dollar in Gold… wir reisten ungefähr den halben Weg nach Echo Canon hinunter, wo sich das Hauptquartier des Generals befand… Ich überbrachte General Wells [ein Mitglied der Ersten Präsidentschaft unter Brigham Young] einige Briefe… und fragte ihn, was ich mit meinem Gefangenen tun sollte. Er sagte: ‚Er sollte getötet werden; aber nehmen Sie ihn mit; Sie werden wahrscheinlich einen Befehl erhalten, wenn Sie in Col. Jones’ Lager kommen’… innerhalb drei oder vier Meilen des Lagers, trafen wir Joseph S. Young, einen Sohn Brighams… Er begrüßte mich (ich befand mich hinten) und sagte, sein Vater möchte, dass dieser Mann Yates getötet werde und dass ich alles darüber erfahren würde, wenn ich in Jones’ Lager käme.

Wir kamen ungefähr bei Sonnenuntergang dort an und Col. Jones traf uns außerhalb… Er nahm mich zur Seite und sagte mir, dass er Befehle hätte, wenn Yates vorbeikäme, ihn umlegen zu lassen… Uns wurde Abendessen gebracht und Yates ging bald in seinen Decken schlafen. Flack und Meacham breiteten ihre Decken aus und gingen auch bald schlafen… Niemand war zu sehen, als Col. Jones und zwei andere, Hosea Stout und ein anderer Mann, an dessen Name ich mich nicht erinnere, kamen an mein Lagerfeuer und fragten mich, ob Yates schliefe. Ich bejahte, woraufhin sein Gehirn mit einer Axt herausgeschlagen wurde. Er wurde mit seinen Decken bedeckt… und ein Grab wurde drei Fuß tief gegraben in der Nähe des Lagers im Lichte des Feuers gegraben, wobei alle Hände halfen. Flack und Meacham schliefen, als der Mann getötet wurde, aber sie erwachten und sahen, wie das Grab gegraben wurde. Der Körper wurde hineingelegt und die Erde gut darüber gepackt…

Am nächsten Tag nahm ich die neunhundert Dollar und wir gingen alle zum Hauptquartier… Flack und ich gingen zu Brighams Büro… Er fragte, was aus Yates geworden ist? Ich erzählte es ihm. Dann fragte er, ob ich die Nachricht von ihm bekommen hätte. Ich sagte ihm, dass ich seine Anweisungen in Jones’ Lager erhalten hatte und auch von seinem Sohn Jo [Joseph Young]. Er sagte, dass wäre richtig und eine gute Sache. Ich sagte ihm dann, dass mir neunhundert Dollar gegeben wurden, die ich herbringen sollte, die Yates zu der Zeit hatte, als er gefangen genommen wurde. Ich erzählte ihm von den Ausgaben, die ich während des Krieges hatte, und fragte ihn, ob ich einen Teil des Geldes haben könnte. Er gab mir einen Verweis dafür, dass ich so etwas gefragt hatte, und er sagte, dass es dafür gebraucht würde, die Kosten des Krieges zu bestreiten. Ich zog den Sack hervor, der das Geld enthielt, und er sagte mir, dass ich es dem Sekretär geben sollte… Das Geld wurde gezählt und wir gingen weg.“ (Brigham's Destroying Angel, S. 122-126)

Brigham Youngs Sohn gab zu, dass er sich wegen Yates mit Hickman traf, aber behauptete, dass es darum ging, ihn zu retten. Stanley P. Hirshon schrieb: „1871 beschrieb Joseph A. Young, der Sohn des Propheten, der New York Tribune, wie er Hickman in den Außenbezirken der Stadt traf und darauf drängte, Yates lebend hinein zu bringen. Hickman erzählte aber der New York World eine andere Geschichte. Joseph sagte, dass Young wollte, dass man ‚sich um den Gefangen kümmern sollte’,… Bezeichnenderweise leugneten weder Joseph noch Hickman, dass Mormonen Yates ermordet hatten.“ (The Lion of the Lord, Seite 176-177) Joseph Youngs Aussage wirft sicher einige interessante Fragen auf: Wenn kein Befehl gegeben worden war, dass Yates sterben sollte, warum sollte er Hickman drängen, ihn lebend hinein zu bringen? Ferner, wenn Joseph Young wirklich darum besorgt war, dass Hickman Yates lebend hineinbringt, warum bestraften die Mormonen Hickman nicht, als er ohne ihn kam? Die Tatsache, dass die Mormonenführer Hickman für seinen Mord nicht bestraften, scheint zu zeigen, dass sie für das Verbrechen verantwortlich waren. Dass Hickman sich nicht darum kümmerte, dass Yates Tod geheim gehalten wird, wird durch eine Aussage deutlich gemacht, die von Dan Jones geschrieben wurde: „’Dieser Yates war einer meiner persönlichen Freunde, ein freundlich gesinnter, liberaler Mann… Eines sehr kalten Morgens kamen Hickman und zwei andere in mein Lager… er nahm mich nach draußen und fragte mich, ob ich Yates kenne. Ich sagte: Ja. ‚Nun, wir haben ihn gerade begraben’, sagte er.’“ (Forty Years Among the Indians, wie von Juanita Brooks in On The Mormon Frontier, Bd. 2, S. 643, Note 13 zitiert) In derselben Fußnote kommentierte Mrs. Brooks: “Dass einige Mormonen Yates Eigentum beschlagnahmten, wird im Tagebuch von Newton Tuttle gezeigt… ‘Samst. 24… Lewis Robinson kam von Green River zurück, er nahm 48 Pferde & colts, 36 Paar Decken usw., die Yates gehörten…’“

J. H. Beadle sagte, dass Yates’ „Überreste aus der Stelle, die Hickman benannte, wieder ausgegraben worden sind, und die Beweiskette ist komplett. Hosea Stout, ein mormonischer Jurist von beträchtlicher Prominenz, der wegen Mittäterschaft bei diesem Mord inhaftiert wurde, und auf Hickmans Zeugenaussage hin, gibt zu, dass Yates als Spion getötet wurde; aber er bestand darauf, dass er nicht anwesend war und von der Tat keine Kenntnis hatte; dass Yates Hickman übergeben wurde, um ihn in die Stadt zu bringen, und weder er noch ein anderer Offizier sahen ihn wieder.“ (Brigham's Destroying Angel, S. 205-206) Dass Hosea Stout zur Zeit des Mordes auf der Szene war, wird durch sein eigenes Tagebuch bestätigt: „Sonntag 18. Okt. 1857… Etwa 700 Stück des geraubten Rindviehs, zogen heute vorbei und wurden von Gespannen angetrieben, die den Feind verließen. Bei Anbruch der Nacht kam W. A. Hickman mit Mr. Yates, einem Gefangenen, herein.“ (On The Mormon Frontier, The Diary of Hosea Stout, Bd. 2, S. 643) Es gibt wenig Zweifel, dass Stout auf Gewalt gegen einen Mann zurückgreifen würde, der im Verdacht stand, ein Spion zu sein. Wir haben zuvor schon aus Stouts eigenem Tagebuch vom 9. Jan. 1846 zitiert. In diesem Eintrag sagte Hosea Stout, dass er dachte, dass “William Hibbard” “ein Spion” wäre und dass „ich Scott sagte, dass wir ‚einen Stein auf seinem Kopf zerschmettern müssen’… Ich bekam eine Gelegenheit & traf ihn auf seinen Hinterkopf, was ihm fast das Leben nahm.“ (Ebenda, Bd. 1, S. 103)

R. N. Baskin, der für die Anklage Brighams und anderer verantwortlich war, gab folgende Information:

„Ich wusste, dass die Anklage Brighams und anderer große Aufregung hervorrufen würde, besonders unter den polygamen Elementen der Kirche, und wenn es zu einem Zusammenstoß kommen sollte, dass zu dem Zeitpunkt, als Brigham wegen der Mordanklage inhaftiert wurde. Um solchen unvorhergesehenen Ausgaben zu begegnen, hatte der Marschall der Vereinigten Staaten ungefähr einhundert Hilfssheriffs bestimmt… Ich wusste, dass man sich der Inhaftierung eines jeden außer der von Brigham nicht widersetzen würde. Deshalb ließ ich Hawkins einsperren und vor Gericht stellen, bevor ich Schritte in den anderen Fällen unternommen hätte. Während dieser Verhandlung scharten sich auf der Straße vor dem Gerichtssaal täglich Hunderte von Männern, von denen viele bewaffnet waren und deren Benehmen für das Gericht höchst bedrohlich war… Brigham wurde dann inhaftiert mit der Anklage der unzüchtigen und lüsternen wilden Ehe, und er wurde vor Gericht gebracht. Er legte einen Eid ab, so wie es von den anderen verlangt wurde… einige Tage später hatte ich einen Haftbefehl wegen Mordes herausgegeben… Offensichtlich verriet ihn einer der Hilfsmarschalle, als Brigham von seiner in Aussicht stehenden Haft erfuhr… Brigham entschied schließlich, dass er anstatt sich zu widersetzen, für seine Gesundheit eine Reise in ‚den Süden’ machen sollte… In der Höhe der Aufregung und als der bewaffnete Pöbel das Gericht bedrohte, suchte mich eine Anzahl von prominenten Nichtmormonen auf und erklärte, dass sie verlässliche Information hätten, dass die prominenten Nichtjuden, die am Kampf gegen das Mormonensystem aktiv teilhatten, ermordet werden würden, es sei denn die Verfolgungen würden eingestellt; dass sie ein Komitee einberufen hätten, um mir Rat über die Tatsache zu erteilen und mich zu bitten, die Fälle fallen zu lassen. Ich sagte dem Sprecher, dass er einen glänzenden Engel abgeben würde und dass ich nicht beabsichtigte, der Forderung nachzukommen, er hätte sich lieber darauf vorbereiten sollen, in Abrahams Schoß zu gehen. Er erwiderte, dass die Sache ‚zu ernst wäre, um aufrührerisch zu handeln’… Dies war nicht das einzige Mal, dass mir Männer in den Rücken gefallen wären, die mich hätten ermutigen anstatt sich mir widersetzen sollen.“ (Reminiscences of Early Utah, Seite 54-56)

Unter dem Datum vom 13. Dezember 1871 berichtete Wilford Woodruff folgendes in seinem Journal: “…verbrachte den Abend im Präsidentenbüro mit den Zwölfen… & vielen anderen & brachten unsere Ansichten in Bezug auf Präsident Brigham Youngs Heimkehr und Stehen vor Gericht zum Ausdruck… alle hielten es für weise & eine gute Politik für ihn, in die Stadt zu kommen und sich seiner Verhandlung zu stellen… Jedoch stimmten alle zu, dass es ihm überlassen werden solle, zu entscheiden, wie der Geist es ihm diktieren würde.“ (Wilford Woodruff's Journal, Bd. 7, Seite 45) Brigham Young kehrte schließlich zurück und am 2. Januar 1872 notierte Woodruff: „…der Marschall der Vereinigten Staaten kam ins Präsidentenbüro & verlas eine Anklage gegen ihn wegen Mordes… McKean, der Richter, verweigerte eine Kaution, aber übergab Präsident Young in die Hände des Marschalls, um ihn in einem der eigenen Heime Präsident Youngs einzusperren.“ (Ebenda, S. 52)

Unglücklicherweise kam der Fall gegen Brigham Young wegen Mordes nie vor das Gericht. Harold Schindler sagt, dass „das Höchste Gericht der Vereinigten Staaten eine Entscheidung im Engelbrecht-Fall bekannt gab, die alle legalen Prozesse in Utah während der vorhergehenden achtzehn Monate absetzte und erklärte die Anklagen für null und nichtig, die fast gegen einhundertundvierzig Personen gefunden wurden. Die Wende der Meinung führte dazu, dass alle Anklagen gegen Young, Wells, Stout, Kimball und ironischerweise Hickman selbst fallen gelassen wurden.“ (Orrin Porter Rockwell; Man of God, Son of Thunder, S. 355)

Fast jeder stimmte zu, dass Bill Hickman viele Morde begangen hatte. Nachdem Hickman vom Mormonismus enttäuscht wurde, sprach sogar Apostel Woodruff von seinen „verdammenswerten Morden“. (Wilford Woodruff's Journal, Bd. 7, S. 36) Dass Hickman scheußliche Verbrechen begehen konnte, die er beging, während die Mormonen Macht hatten, ohne bestraft zu werden, scheint zu zeigen, dass er von Kirchenführern geschützt wurde. Diese Führer taten alles, was sie konnten, um die Durchsetzung des Gesetzes zu erschweren. Zur selben Zeit, als Hickman seine Verbrechen bekannte, befand sich das legale System in Utah in solch einer Unordnung, dass weder Young noch Hickman vor Gericht stehen mussten.

In Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Herbst 1966, S. 86-87, kommentierte Thomas G. Alexander:

“Die Entscheidung des Bundes in Clinton V. Engelbrechts Sache sorgte für die legale Grundlage für das Fallenlassen von 130 Anklagen, die von den Hohen Gerichten eher im Einklang mit der Praktik in Gerichten der Vereinigten Staaten als mit den territorialen Statuten gefunden wurden. Dies löste aber nichts, weil die Debatten über die Einsetzung des territorialen Marschalls die Hände des Gerichts band; die Gerichte wurden zu wenig mehr als Schiedsgerichte und im Juni 1874 hatte sich im Dritten Distriktsgericht ein Rückstand von fünfundneunzig Fällen aufgebaut.

McMean und andere Nichtmormonen glaubten, dass die Mormonen sich fürchteten, Verhandlungen ihrer Brüder wegen Mordanklage und anderer Verbrechen vor unparteiischen Richtern zuzulassen. Der Richter schrieb an den U.S.-Anwalt General George H. Williams im Herbst 1873 und beklagte sich, dass er weder die Schuldigen verurteilen noch die Unschuldigen beschützen könnte und dass Utah unter der Vize-Regierung Brigham Youngs ein theokratischer Staat geworden war.’“

Während jeder Beweis zu zeigen scheint, dass jeder, der gegen die Mormonenkirche war, in Utah die Wahrscheinlichkeit riskierte, sein Eigentum oder sogar sein Leben zu verlieren, sind die Dinge heute anders. Die Polizei in Salt Lake City gewährt Mormonen und Nichtmormonen vollen Schutz. Wallace Turner bemerkte: „Eine moderne Abtrünnigkeit kann man an Hand des Tanner-Ehepaars verstehen. Die Tatsache, dass sie heute behaglich in Salt Lake City leben können, von der HLT-Kirche relativ unbehelligt (mit Ausnahme eines Briefes, oder so, von verängstigten Leuten), demonstriert mehr als alles andere die Art und Weise, wie die Kirche sich geändert hat. In den alten Tagen mussten diejenigen, die anderer Meinung waren, lieber in der Lage sein, sich selbst zu verteidigen. (The Mormon Establishment, 1966, S. 163)

Der Leser wird bemerken, dass die Bücher Brigham's Destroying Angel und "Wild Bill" Hickman and the Mormon Frontier einen verheerenden Fall gegen die Behauptung von Mormonenapologeten, dass die Kirche keine Verbindung zu William Hickmans Verbrechen hatte. Die Beweise zeigen deutlich, dass, obwohl Präsident Brigham Young und Apostel Orson Hyde wussten, dass Hickman ein Dieb und kaltblütiger Mörder war, er benutzt wurde, die Interessen der Kirche zu fördern.

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Die berühmtesten Daniten waren Bill Hickman, und John D. Lee, der Anführer des Mountain-Meadows-
Massakers.
Brighams
Zerstörender Engel

Bill Hickman erzählt von den zahlreichen Morden, die er im Auftrag Brigham Youngs beging, bis er schließlich vom Brighamismus genug hatte und auszusteigen versuchte, was dazu führte, dass er nun selbst gehetzt wurde.
Mountain-Meadows-
Massaker

Josiah Gibbs recherchierte Anfang des 20. Jahrhunderts über dieses Ereignis und schrieb dazu neben stehendes Buch.
Das Mountain-Meadows-
Massaker
(Kapitel 33 des Buches "Mormonism - Shadow or Reality?")
Enthalten ist
LETZTES BEKENNTNIS UND LETZTE ERKLÄRUNG JOHN D. LEES

John D. Lee war für die Durchführung des Massakers verantwortlich. Er tat dies wohl im Glauben und Gehorsam gegenüber seinen Kirchenführern, bekam aber später erhebliche Zweifel über die Richtigkeit und offenbarte in seinem Bekenntnis die wahre Geschichte dieses Massakers aus seiner Perspektive.
Besonderer Bericht über das Mountain-Meadows-
Massaker

2 Jahre nach dem Mountain-Meadows-
Massaker recherchiert ein US-Offizier vor Ort und liefert einen Bericht an die Regierung.
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