Bill Hickman


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Als Brigham Young sagte: „…wir haben die niederträchtigsten Teufel auf Erden… und wir beabsichtigen, sie zu behalten, denn wir haben VERWENDUNG FÜR SIE“, könnte er Bill Hickman im Sinn gehabt haben, denn er wurde als ein Mann angesehen, der alles, was niederträchtig war, tun würde. Unter dem Datum des 28. Okt. 1871 in der Church Chronology wurde Bill Hickman ein „berüchtigter Geächteter“ genannt. Der mormonische Historiker B. H. Roberts nannte Hickman „einen typischen Western-Desperado“. (A Comprehensive History of the Church, Bd. 4, S. 133)

Das Interessante in Bezug auf Bill Hickman ist, dass er zum Ende seines Lebens hin ein Buch schrieb, in dem er erklärte, dass er seine Verbrechen mit der Billigung der Mormonenkirchenführer begangen hätte. Er behauptete, dass er auf Anordnungen von Brigham Young und dem Apostel Orson Hyde Morde begangen hätte. J. H. Beadle, der das Vorwort zu Brigham’s Destroying Angel schrieb, machte folgende Anmerkung: „…während das ganze Mormonenvolk über Bill Hickman als einen verzweifelten, schlechten Menschen, schuldig unsäglicher Morde, sprach, wurde ich von zwei merkwürdigen und damals unerklärlichen Tatsachen geschockt:-

1. Die erste war, dass, während jeder, von Brigham Young angefangen, sich einig war, Hickman einen Mörder zu nennen, während mit Leichtigkeit Beweise von etlichen seiner Verbrechen hätten gesammelt werden können, nicht ein einziger Versuch von Priestern oder Volk unternommen worden war, ihn vor Gericht zu bringen. Zwanzig Jahre lang hatten die Mormonen die Gerichte und Richter ausschließlich in ihrer eigenen Hand. Während dieser Zeit waren viele Personen für Verbrechen hingerichtet worden; sie konnten in richterlichen Dingen tun, was ihnen gefiel, und eine Fülle von Beweisen lag ihnen gegen Hickman vor, aber keine Hohes Gericht rührte sich, es gab keine Anklage und nicht einmal eine Beschwerde vor einem untersuchenden Friedensrichter. Dies zeigt etwas – aber was? Bis ich Hickmans Manuskript erhielt, habe ich es nie richtig gewusst. Als Hickman eingesperrt wurde, vereinigten sich alle Mormonensprecher und –zeitungen darin, ihn „als einen zu allem fähigen Kriminellen zu brandmarken, der seit langem in der Lage war, der Gerechtigkeit auszuweichen“. Wenn dies bekannt war, wie sie es ja zugeben, warum wurde Hickman nicht während dieses langen Zeitraums inhaftiert und bestraft, in der die Mormonen jeden einsperrten und bestraften, den sie wollten? (Brigham’s Destroying Angel, Salt Lake City, 1904, Vorwort)

Dr. Hugh Nibley von der Brigham-Young-Universität behauptet, dass die Mormonenkirche nicht von Bill Hickmans Verbrechen wusste: „Für Beadles Verstand war die bedeutendste Sache über Hickman, dass die Mormonen wussten, dass er schlecht war und ihn dennoch nicht verfolgten. Ihn verfolgen wofür? Der Westen war voll von schlechten und gefährlichen Männern, die nicht verfolgt werden konnten, bis sie bei einem Verbrechen erwischt wurden. Hickmans frühe Verbrechen waren ALLE HÖCHST GEHEIM UND NUR IHM BEKANNT, bis er sie Beadle bekannte.“ (Sounding Brass, S. 258)

Eigentlich waren alle Verbrechen Bill Hickmans öffentlich bekannt. Schon am 25. Dezember 1859 gab der Mormonenapostel Amasa Lyman zu, dass Hickman einen schlechten Ruf hätte. „Der Geist des Stehlens beschlich unser ganzes Land,… einige sagen: ‚wir hören, dass dort drüben (nach Westen zeigend) gestohlen wird und dass BILL HICKMAN und seine Bande es tun.“ (Journal of Discourses, Bd. 7, 307)

Die Wahrheit in dieser Sache ist, dass die Mormonenführer sehr wohl von Bill Hickmans Verbrechen wussten, und sie beschützten ihn tatsächlich vor der gerichtlichen Belangung. Diese Tatsache wird im Tagebuch John Bennions sehr deutlich gemacht. Der Leser wird sich erinnern, dass Bennion 1860 meinte, dass Hickman für seine Übeltaten bestraft werden sollte, aber er erfuhr bald, dass Bischof Gardiner „gebunden gewesen war & nicht“ gegen Bill Hickman „handeln konnte“ und dass Orson Hyde (Präsident der Zwölf Apostel) lehrte, dass ein Mann nicht für das Stehlen von den „Heiden“ bestraft werden sollte: „…Brd. Hyde sagte, VOM STEHLEN SPRECHEND, dass ein Mann STEHLEN & UND DAZU VOM GEIST DES HERRN beeinflusst werden kann, dass HICKMAN ES IN DEN VERGANGENEN JAHREN GETAN HÄTTE, sagte, dass er NIEMALS EINE GERICHTSVERHANDLUNG GEGEN EINEN BRUDER WEGEN STEHLENS VON DEN HEIDEN VERORDNEN WÜRDE, aber das Bestehlen seiner Brüder würde er ahnden; er verwendete ein Menge Belehrung auf das Thema…“ („John Bennion Journal“, 13. Okt. 1860)

Der Leser wird sich erinnern, dass wir Mary Ettie V. Smith zitierten, wie sie erklärte, dass der Apostel Orson Hyde in Kanesville gestohlene Güter erhielt und dass Bill Hickman in diesen Diebstahl verwickelt war. Es gibt ebenfalls gute Gründe zu glauben, dass Hickman in Verbrechen in Nauvoo verwickelt war. Der Warsaw Signal vom 26. März 1845 druckte einen Brief ab, der folgende Aussage enthielt: „Wm. A. Hickman stahl etwas Speck, wurde ins Gefängnis geworfen; nach einigen Tagen wurde er von zwei Mormonenbrüdern durch Bezahlen der Kaution befreit…“

Der Bloomington Herald vom 22. Nov. 1845 veröffentlichte folgende Erklärung von Edward Bonney in Bezug auf Bill Hickman:

„…Haight ging fort und ging direkt nach Fort Madison,… von dort nach Nauvoo und beschaffte einige Zeugen, die von Wm. A. Hickman, einem Strafflüchtigen aus Iowa, angeführt wurden, der eine gewisse Zeit im Alton-Zuchthaus verbracht hatte und zweimal mit gestohlenen Pferden innerhalb der letzten zwei Monate von Missouri nach Nauvoo gejagt worden war.“ (The Bloomington Herald, 22. Nov. 1845, maschinengeschriebene Kopie)

Nach den Schwierigkeiten in Nauvoo wurde Hickman verhaftet und ins Gefängnis geworfen. In seiner Autobiographie erklärt Bill Hickman: „Ich blieb einige Tage und als der Gefängniswärter eines Nachmittags hereinkam, schlug ich ihn nieder, nahm sein Bowie-Messer und schnitt die Kette von meinem Bein, nahm seine Pistolen und ging weg und bin seitdem nicht mehr zurückgekommen, was ungefähr fünfundzwanzig Jahre zurückliegt.“ (Brigham’s Destroying Angel, S. 46)

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Bill Hickman kam nach Westen, um unter den Mormonen ein Heim aufzubauen. In Utah schützen die Mormonenführer ihn nicht nur vor der Gerichtsbarkeit, sondern sie ermunterten ihn auch bei seinen Verbrechen. J. H. Beadle erklärte: „…lange nachdem Hickman als Mörder bekannt war, wurde er aufeinander folgend in eine Anzahl von Ämtern befördert; er war Sheriff und Repräsentant einer Grafschaft, Steuereinschätzer und Steuereintreiber und Marschall; und während all dieser Zeit stand er in einer engen persönlichen Beziehung zu Brigham Young.“ (Brigham’s Destroying Angel, Vorwort, S. vi)

Unter dem Datum des 9. Mai 1854 berichtete Hosea Stout folgende Aussage in seinem Tagebuch: „Richter Appleby gründete die Grafschaft Green River, wobei Robert Alexander Clerk vom provisorischen Gericht W. A. Hickman als Sheriff, auch als Steuerschätzer und –eintreiber und ebenso als Staatsanwalt berief.“ (On the Mormon Frontier, The Diary of Hosea Stout, Bd. 2, S. 516)

Die Mormonenführer erlaubten diesem “berüchtigten Geächteten” nicht nur, Sheriff zu sein, sondern sie gaben ihm auch eine Position in der Kirche. 1858 wurde Bill Hickman „als Rageber zum amtierenden Bischof Harker erwählt“. (Historical Record, von Andrew Jenson, Bd. VI, S. 343, wie in On the Mormon Frontier, Bd. 2, S. 668, Fußnote 36, zitiert)

In seinem Buch, Desert Saints, Seite 149, gibt Nels Anderson folgende interessante Information:

„Am 30. August 1856, schrieb General Burr an seinen Chef Thomas A. Hendricks, Bevollmächtigter des General Land Office in Washington, einer seiner Hilfssheriffs, ein Mr. Troskolowski, ‚unter der Leitung eines Hickman, eines berüchtigten Mitglieds der so genannten ‚Danitenbande’ angegriffen und ernstlich geschlagen’ worden war. Die Prügel waren, so wurde behauptet, auf Anordnung von höherer Stelle in der Kirche verabreicht.

Burr versuchte vergebens, die zivilen Autoritäten Utahs dazu zu bewegen, Maßnahmen gegen die Täter zu ergreifen. Ihm wurde gesagt, dass die Prügel wahrscheinlich verdient gewesen waren, weil die Männer aus Burrs Partei ‚gegen ihre Religion geredet und geschimpft’ hätten. Er zog den Schluss: ‚Wir Heiden haben das Gefühl, dass wir uns zum Schutz nicht auf das Gesetz verlassen können und dass es uns erlaubt ist, je nach Gefallen der Regenten hier zu leben.“

Auf Seite 137 desselben Buches erklärt Nels Anderson: „Es ist schwer zu glauben, dass er [Hickman] kein Mörder für die Sache der Mormonen gewesen war;…“

Stanley P. Hirshon gibt folgende Information in Bezug auf Hickman:

„…Joseph Troskolawsski, der Hilfsinpektor der Vereinigten Staaten für Utah… setzte die zwölfjährige Emma Wheat, die in eine Ehe gezwungen wurde, die sie verabscheute, in die Postkutsche nach Ohio. Am darauf folgenden Abend traf er im Salt-Lake-City-Laden, der von Hooper und Thomas S. Williams geführt wurde, auf Bill Hickman, dem berühmten Daniten oder Shenpip [?], und sprach kurz mit ihm. Als Troskolawsski hinaustrat, schlichen drei weitere Daniten hinter ihm her und schlugen ihn nieder. Während einer ihn mit dem Kolben einer Peitsche auf den Kopf schlug, traten und stießen ihn die anderen. ‚Tötet den verdammten Sohn einer Hure.’ Hickman schrie, während er hinzukam: ‚Tötet ihn rasch, ich werde die Konsequenzen tragen.’ Hooper und Williams retteten schließlich Troskolawsski, der zu dem Zeitpunkt an seinem eigenen Blut würgte…

Am nächsten Tag stürmte David H. Burr, der Generalinspektor, in Youngs Büro und fragte, ob der Prophet solche Verbrechen dulden wollte. Young ließ Hickman holen, der damals mit seiner Heldentat in der ganzen Stadt herumprahlte, und sprach zwei Stunden lang mit ihm. Am folgenden Tag schaffte er Hickman aus der Stadt, indem er ihn mit Geschenken für die Indianer am Green River aussandte.“ (The Lion of the Lord, Seite 127)

„Aber wie sein Vorgänger hasste Young die Heiden. Selbst die Armee konnte Grausamkeiten nicht unterbinden. An einem Tag Mitte der 1860er, verärgert, weil einer Lieblingsfrau die Glaubwürdigkeit verweigert wurde, schlug Hickman Fay Kimball, einen Sekretär für Bell und Livingston, der Händler, und zerrte ihn eine Treppe hinunter. Kimball war mehrere Monate bettlägerig und verließ dann Utah. Sein Onkel, der Seniorpartner von Kimball und Lawrence, beklagte sich bei Young über den Übergriff, aber, nachdem er das Büro des Propheten verlassen hatte, rempelte er Hickman an, der fragte: ‚Nun, was haben Sie daraus gemacht?’“ (Ebenda, Seite 269-270)

Mrs. Mary Ettie V. Smith erzählte folgendes:

„Ungefähr zu der Zeit, auf die im letzten Kapitel Bezug genommen wurde, kam Jesse T. Hartley nach Great Salt Lake City. Er war ein gebildeter und intelligenter Mann und von Beruf Anwalt. Ich wusste nie, woher er kam, aber er war ein Heide, als er kam, und bald danach heiratete er ein Mormonenmädchen namens Bullock, was zumindest ein Bekenntnis zum Mormonismus mit sich brachte… Bei allen Ereignissen war das Auge des Propheten von Beginn an auf ihn gerichtet… der Prophet betrachtete ihn mit etwas Misstrauen… als alle Oberhäupter der Kirche am Pult gestanden hatten; und der Prophet erhob sich sofort mit der Miene einer richterlichen Autorität, wodurch diejenigen, die ihn bestens kannten, verstanden, dass es keinen Aufruf gibt, und er sagte: ‚Dieser Mann, Hartly, ist der Ketzerei schuldig. Er hat seinen Freunden in Oregon gegen die Kirche geschrieben und hat versucht, uns der Welt bloß zu stellen, und er sollte ohne Umwege in die Hölle geschickt werden.’ Dies war das Ende der Sache, was Hartley betrifft.

Hiernach mieden ihn seine Freunde und er verstand es so, dass sein Schicksal besiegelt war. Er wusste, dass das Verbleiben den Tod bedeuten würde; deshalb verließ er seine Frau und das Kind und versuchte, eine Flucht zu erreichen.

Wenige Tage, nachdem er gegangen war, erzählte uns Wiley Norton mit einem Gefühl des Frohlockens, dass sie einen weiteren Feind der Kirche gesichert hätten. Dass sich die Knochen von Jesse Hartly in den Schluchten befänden…

Fast anderthalb Jahre danach, als ich mich auf dem Weg in die Staaten befand, sah ich die Witwe von Jesse Hartly am Green River. Sie war eine sehr hübsche Frau gewesen und war damals zweiundzwanzig Jahre alt. Ich denke, ich habe kein menschliches Wesen, mit einem schlimmeren gebrochenen Herzen gesehen… sie begann, indem sie sagte:

‚Du magst gelitten haben… Aber die Grausamkeit meines Schicksals, da bin ich sicher, hat keine Parallele – selbst in diesem Land der Grausamkeit.

Ich heiratete Jesse, wissend, dass er in der Tat ein ‚Heide’ war, aber er ging als Mormone durch, aber das war mir egal, obwohl ich eine Mormonin war, denn er war ein edler Mann und trachtete nur nach dem Rechten… Ich verstehe nicht alles, was er entdeckte oder was er tat; aber sie fanden, dass er gegen die Kirche geschrieben hätte, und er wurde ausgeschlossen, und er der Prophet forderte, dass er als ein Sühnopfer für seine Sünden sein Leben nieder legen sollte… Sie töten solche dort, die Sünden begangen hatten, die zu groß waren, um auf irgendeine andere Weise gesühnt zu werden. Der Prophet sagt, wenn sie sich diesem unterwerfen, kann er sie erlösen; andererseits sind sie verloren. O, das ist schrecklich! Aber mein Mann weigerte sich, geopfert zu werden, und so machte er sich allein auf in die Vereinigten Staaten und dachte, dass es wenigstens eine Hoffnung auf Erfolg geben könnte. Ich sagte ihm, als er mich verließ, sein Kind verließ, dass er getötet werden würde, und so war es auch. William Hickman und ein anderer Danite erschossen ihn in den Canyons; und seither bin ich oft verpflichtet gewesen, für diesen Mann zu kochen, wenn er hier vorbeikam, die ganze Zeit wissend, dass er meinen Mann getötet hatte. Mein Kind folgte bald seinem Vater nach und ich hoffe, dass ich auch bald sterbe; denn warum sollte ich leben? Sie haben mich hierher gebracht, wo ich lieber bleiben möchte als nach Salt Lake zurück zu kehren, wo die Mörder meines Mannes die Erde verfluchen und sich ungestraft im Überfluss wälzen.“ (Mormonism: Its Rise, Progress, And Present Condition, Hartford, 1870, S. 308-311)

In seinen Bekenntnissen gibt Bill Hickman zu, dass er Hartley auf Anordnung von Orson Hyde und Brigham Young getötet hatte:

Als wir das überquert hatten, was als Big Mountain bekannt war, und wir in das East Canyon kamen, etwa drei oder vier Meilen, kam ein Mr. Hartley aus Provo City zu uns. Dieser Hartley war ein junger Anwalt, der im Herbst zuvor von Oregon nach Salt Lake kam und eine Frau Bullock aus Provo geheiratet hatte… auf der Aprilkonferenz, gab Brigham Young ihm vor der versammelten Mannschaft eine fürchterliche Standpauke, und betitelte ihn mit allen Arten von üblen Namen und sagte ihm, dass ihm seine Kehle durchgeschnitten werden sollte, was ihm ein sehr schlechtes Gefühl gab. Er erklärte, dass er der Vorwürfe nicht schuldig wäre.

Ich sah Orson Hyde sehr sauer auf ihn einblicken und nachdem er ein oder zwei Stunden im Lager gewesen war, sagte mir Hyde, dass er Befehle von Brigham Young hätte, wenn er nach Fort Supply käme, ihn umbringen zu lassen. ‚Nun’, sagte er, ‚Ich möchte, dass Sie und George Boyd es tun.’ Ich sah ihn und Boyd miteinander reden; dann kam Boyd zu mir und sagte: ‚Es ist in Ordnung Bill; Ich werde dir helfen, diesen Kerl zu töten.’… Hartley brachte vor, dass er mitgehen würde… Orson Hyde flüsterte dann zu mir: ‚Nun ist es ihre Zeit; lassen Sie ihn nicht zurückkommen.’ Wir brachen auf und nach ungefähr einer halben Meile mussten wir den Canyon-Bach überqueren… Während wir ihn überquerten, bekam Hartley einen Schuss versetzt und fiel tot in den Bach. Sein Pferd schreckte und rannte ins Lager zurück.

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Ich ritt weiter und begegnete Hosea Stout, der mir sagte, dass das Gespann dicht hinterher käme. Ich kehrte um zu unserem Lager, Stout mit mir. Stout fragte mich, ob ich diesen Kerl gesehen hätte, und meinte Hartley damit. Ich sagte ihm, dass er in unser Lager gekommen wäre, und er sagte, dass er gehört hätte, dass er getötet werden sollte. Ich erzählte ihm dann alles, was geschehen war, und er sagte, dass es gut wäre. Als ich ins Lager zurückkehrte, sagte mir Boyd, dass sein Pferd mit Blut am Sattel ins Lager kam, und er und einige Jungs brachten ihn zum Bach und wuschen es ab. Orson Hyde sagte mir, dass es gut gemacht wurde; dass er und einige andere auf den Berghang gegangen wären und die ganze Vollstreckung gesehen hätten. Wir brachen auf und gingen an jenem Tag nach Weber River.“ (Brigham’s Destroying Angel, S. 97-98)

Es ist interessant, dass Hosea Stouts Tagebuch die Tatsache bestätigt, dass Hartley Schwierigkeiten mit der Kirche hatte. Unter dem Datum des 9. April 1854 erklärte er: „Ich war die meiste Zeit nicht anwesend, aber es wurde mit demselben Thema fortgefahren und Lektionen wurden dagegen erteilt, dass Mädchen Heiden & Winter-Heilige heiraten & dass Mr. Hartley von der Kirche abgeschnitten wurde… Von ihm wird gesagt, dass er ein weggelaufener Pferdedieb aus Oregon war, hierher kam & heiratete, sich der Kirche anschloss & seinen Namen einreichte, um sein Endowment zu bekommen.“ (On The Mormon Frontier; The Diary of Hosea Stout, Bd. 2, S. 512)

Hickman behauptete, dass Hosea Stout in der Gruppe war, die zum Green River ging, und dass er ihm vom Mord erzählte. Hickman sagte, dass dieser Ausflug „ungefähr am ersten des May“ 1854 stattfand. (Brigham’s Destroying Angel, S. 96) Hosea Stouts Tagebuch bestätigt die Tatsache, dass er sich mit Hickman in der Gruppe befand. Unter dem Datum des 1. Mai 1854 erklärte er:

„Ungefähr mittags machte ich mich auf zum Green River, G. W. Boyd transportierte meine Vorräte und mein Gepäck. Ich nahm Henry Allen mit mir… Wir überquerten den ersten Berg & lagerten am Bach, wechselten in der Zwischenzeit meine Ladung in W. A. Hickmans Wagen.“ (On The Mormon Frontier, Bd. 2, S. 514)

Beachten Sie, dass Hosea Stout erwähnt, dass „G. W. Boyd“ sich in der Gruppe befand. Bill Hickman erklärte, dass ein Mann mit dem Namen „George Boyd“ vermutlich bei dem Mord helfen sollte.

Hickman behauptete, dass Apostel Hyde half, die Tatsache zu vertuschen, dass Hartley ermordet worden war: „Als das Abendessen vorüber war, rief Orson Hyde das ganze Lager zusammen und sagte, dass er in jener Nacht eine starke Bewachung wünschte, da der Kerl, der am Vormittag zu uns gekommen war, die Gruppe verlassen hatte; er wäre ein schlechter Mensch, und es wäre seine Meinung, dass er vorhätte, in jener Nacht Pferde zu stehlen. Dies war eine erfundene Geschichte, so gut er sie auch erzählte, sie war ganz und gar Unsinn; aber sie reichte aus, um sie jeden glauben zu lassen, der nicht wusste, was geschehen war.“ (Brigham’s Destroying Angel, S. 98)

Hosea Stout erwähnt auch Orson Hydes Rede an die Gruppe: „Heute Abend informierte Ältester Hyde die Gruppe, dass Mr. J-----Hartley, der heute nicht bei uns erschien, höchst wahrscheinlich mit seinem Weggang einige unehrliche Absichten hätte & wünschte, dass die Wache ihren Fleiß erneuerte, damit ihre Pferde nicht gestohlen werden könnten.“ (On The Mormon Frontier, Bd. 2, S. 514)

J. H. Beadle macht folgende Bemerkung in Bezug auf Hickmans Bekenntnis des Mordes an Hartley: „In wenigen kurzen Worten erzählt Hickman eines der grausamsten, grundlosesten und kaltblütigsten Morde, die je begangen wurden. Hartleys Fall ist der allgemein bekannteste in Utah von allen in diesem Buch erwähnten…. Von allen Verbrechen, die von Hickman begangen wurden, scheint dieser eine am schwersten auf seinem Gewissen zu lasten. In Gesprächen versuchte er, ihn zu vermeiden, und an dieser Stelle ist sein Manuskript sehr verwischt und bekleckst, mit ständigen Ausradierungen und jedes Zeugnis stammt aus einer unsicheren Hand und einem zögerlichen Verstand und dennoch gezwungen, sich vor der Erzählung zu fürchten.“ (Brigham’s Zerstörender Engel, Seite 201)

Dr. Hugh Nibley von der Brigham-Young-Universität behauptet: „Die Hickman-Geschichten waren nicht war.“ Er beschuldigt J. H. Beadle, diese Geschichten erfunden zu haben: „…wir glauben, dass diese Erzählungen Beadles Erfindung sind…“ (Sounding Brass, Seite 264)

Obwohl J. H. Beadle sehr gegen die Mormonenkirche eingestellt war, gibt es Beweise, dass Mr. Beadle, die Geschichten nicht erfand. R. N. Baskin, der Bürgermeister von Salt Lake City und ein Mitglied des Höchsten Gerichts des Staates Utah war, machte folgende Aussage in seinem Buch Reminiscenses Of Early Utah:

„Eines Abends 1872 kam Samuel Gilson, der die Gilsonitischen Lagerstätten im östlichen Utah entdeckte, in mein Büro und informierte mich, dass der Marschall der Vereinigten Staaten einen Haftbefehl gegen Bill Hickman hätte und dass er sich versteckte, um die Verhaftung durch den Marschall zu vermeiden und der Ermordung durch Mitglieder der Danitenorganisation zu entkommen, bei der er früher ein aktives Mitglied war. Weil er General Connors Soldaten nach Utah gelotst und seine Verbindung zu jener Organisation abgebrochen hatte, wurden seine früheren Daniten-Kameraden ihm gegenüber misstrauisch und trachteten ihm nach seinem Leben, und dass er mich als seinen Anwalt engagieren wollte. Ich lehnte es entschieden ab, Hickmans Anwalt zu werden. Mr. Gilson erklärte dann, dass Hickman einen Wunsch zum Ausdruck gebracht hätte, ein Bekenntnis abzulegen, und selbst, wenn ich das Angebot des Auftrags nicht annehme würde, dass ich einverstanden wäre, mich mit ihm zu treffen, dachte er, dass er mir erzählen würde, was er in Bezug auf die zahlreichen Morde, die er in dem Territorium begangen hatte, wusste. Da ich eine Bestätigung wünschte, ob es solch eine Organisation, wie die Daniten oder ‚Zerstörenden Engel’ – über die so viel geredet wurde und vor denen man sich fürchtete, besonders abgefallene Mormonen – tatsächlich gab, und da Hickman – wenn sie wirklich existierte – davon wissen würde, stimmte ich zu, mich mit ihm zu treffen… Hickman kam ungefähr um 23:00 Uhr in Begleitung mit Mr. Gilson in mein Büro… Ich sagte ihm, sollte er, wie allgemein behauptet, ein Mitglied solch einer Organisation sein oder gewesen sein, und wäre er an zahlreichen Morden, die im Territorium begangen worden waren, beteiligt gewesen, dann wäre die einzige Sühne, die jetzt in seiner Macht stünde, die Tatsachen zu offenbaren, damit es helfen könnte, das Begehen ähnlicher Verbrechen zu verhindern. Nachdem er ungefähr eine Minute überlegt hatte, sagte er, dass sein Verstand während seiner Abgeschiedenheit wegen dieser Sache höchst beunruhigt gewesen war, und dass er schließlich zum Schluss gekommen war, mir die Tatsachen zu offenbaren, obwohl er dadurch seine Schuld eingestehen würde. Mit Notizblock und Bleistift ausgerüstet nahm ich alles auf, was er sagte und nahm ihn streng ins Kreuzverhör. Wir waren mehrere Stunden zusammen. Bei diesem Treffen offenbarte er die meisten der zahlreichen Verbrechen, die in seinem veröffentlichten Bekenntnis enthalten sind, aber in mehr Einzelheiten. Ich sagte ihm, dass ich ihn noch einmal zu treffen wünschte, um seine Aussagen noch einmal aufzuzeichnen. Dem stimmte er zu. Innerhalb von zwei oder drei Wochen danach traf ich ihn ein zweites Mal und wie zuvor, schrieb ich auf, was er sagte, und nahm ihn ins Kreuzverhör. Die Absicht dabei war, die Wahrhaftigkeit seines Bekenntnisses zu testen, denn wäre es nicht war, würden sich mehrere seiner Aussagen wahrscheinlich widersprechen. Zu verschiedenen Zeiten, wenn ich die Muße dazu hatte, untersuchte und verglich ich die Aussagen kritisch, und während er in der zweiten zwei Fälle von Mord erwähnte, die er in der ersten ausgelassen hatte, und der zweiten einige Einzelheiten hinzufügte, die in der ersten nicht enthalten waren, konnte ich keine widersprüchlichen Aussagen ausfindig machen. Die Aussagen anderer Personen, die mir gegenüber gemacht wurden, neigen dazu seine Bekenntnisse zu bestätigen.“ (Reminiscenses Of Early Utah, von R. N. Baskin, S. 36-37)

Auf den Seiten desselben Buches erklärte Mr. Baskin:

„Die Daniten waren eine Organisation in der Mormonenkirche. Ihre Existenz wurde von Bill Hickman in seinem Bekenntnis mir gegenüber erklärt. Er gab mir die Namen von mehr als 20 aktiven Mitgliedern, unter denen sich eine Reihe von angesehenen, wohlbekannten Daniten-Mördern befand. Er erklärte, dass die Mitglieder durch ihre Bündnisse verpflichtet waren, die Anordnung des Priestertums auszuführen, und wenn eine direkte Anordnung oder Andeutung gegeben wurde, jemanden,’umzulegen’, dann wurde sie immer von einem oder mehreren Mitgliedern ausgeführt, je nach den Umständen des Falles. Dass solch eine Organisation existierte, wird durch zahlreiche mysteriöse Morde schlüssig gezeigt, die nie durch Exekutiv-Beamte des Territoriums untersucht wurden und ohne dass ein Versuch unternommen wurde, die Schuldigen zu verfolgen. Die mormonischen Predigten, die Bekenntnisse von Hickman und Lee und zahlreiche andere Umstände machen ihre Existenz deutlich. Hickman bekannte mir gegenüber, dass er persönlich von dreizehn Personen wusste, die ermordet worden sind, einige von ihm und andere von verschiedenen Daniten, dass er einmal einen Mann mit dem Namen Buck auf persönliches Ersuchen von Brigham Young ermordete.“ (Reminiscenses Of Early Utah, S. 150)

Auf Seite 264 seines Buches, Sounding Brass, macht Dr. Hugh Nibley folgende Aussage: „Die offenkundige Absurdität der ‚Bekenntnisse’ wird an der höchst oberflächlichen Untersuchung offensichtlich und wächst mit jeder monotonen Episode.

…wie könnten Beadle und jeder andere hinten im Osten alles über Hickman und seine Daniten wissen, Jahre bevor Hickman je seine tiefen Geheimnisse ausplauderte?“

R. N. Baskin zeigt aber, dass Hickmans Verbrechen mindestens 13 Jahre, bevor Hickman sein Bekenntnis abgab, wohl bekannt waren:

„In den frühen Tagen meiner Erfahrung in Utah hatte ich ständig Fälle, die von mir erforderten, in die Stadt Provo zu gehen, und wenn ich dort am Gericht zu tun hatte, logierte ich in Mr. Bullocks Hotel. Da ich vom Mord an Hartley gehört hatte und dass seine Frau eine Schwester von Mr. Bullock war, fragte ich ihn bei einer Gelegenheit, während ich bei seinem Hotel weilte, ob das, was ich in Bezug auf den Mord an Hartley gehört hatte, wahr wäre. Er erklärte, dass Hartley sich das Missfallen Brigham Youngs zuzog, der auf einer öffentlichen Versammlung eine harte Ausdrucksweise gegen Hartley verwendet und ihm befohlen hatte, den Rednerpult zu verlassen; dass Hartley wegen der Anschuldigungen Brigham Youngs, von denen Bullock sagte, dass sie nicht wahr wären, dem Bann der Kirche unterstellt wurde, und er sich entschied, seinen Wohnsitz zu wechseln. Er schloss sich der Reisegruppe von Richter Aplleby an und, während er das Territorium verließ, wurde er VON HICKMAN ERMORDET. Ich fragte Mr. Bullock, ob die Sache je von den Exekutivautoritäten untersucht worden wäre, was er verneinte, obwohl es allgemein bekannt war, dass Hickman das Verbrechen begangen hatte. Ich fragte ihn auch, warum er keine Maßnahmen gegen Hickman eingeleitet hatte. Er schüttelte bedeutsam seinen Kopf und antwortete: ‚Zwingen Sie mich nicht, diese Frage zu beantworten.’

Der folgende Bericht über den Mord an Hartley, der DREIZEHN JAHRE VOR DEM BEKENNTNIS HICKMANS von seiner Frau gegeben wurde, ist in Mrs. Mary V. Smith’s Buch mit dem Titel ‚Fifteen Years Residence with the Mormons’, Seite 309-310, enthalten… (Reminiscenses Of Early Utah, S. 152-153)

Die Tatsache, dass Mrs. Hartley von dem Mord an ihrem Ehemann, Jahre bevor Hickman sein Bekenntnis machte, erzählte und dass Hosea Stout’s Tagebuch Einzelheiten bestätigt, die man in Hickmans Bekenntnis findet, scheint zu beweisen, dass Hartley auf Anordungen der Mormonenführer ermordet wurde. Wir müssen J. H. Beadle zustimmen, wenn er sagt, dass „diejenigen, die es gewöhnt sind, Beweise abzuwägen, nur zu einer Schlussfolgerung kommen können: Jesse Hartley wurde wegen Abtrünnigkeit ermordet…“ (Brigham’s Destroying Angel, Anhang C, S. 204-205)

Die berühmtesten Daniten waren Bill Hickman, und John D. Lee, der Anführer des Mountain-Meadows-
Massakers.
Brighams
Zerstörender Engel

Bill Hickman erzählt von den zahlreichen Morden, die er im Auftrag Brigham Youngs beging, bis er schließlich vom Brighamismus genug hatte und auszusteigen versuchte, was dazu führte, dass er nun selbst gehetzt wurde.
Mountain-Meadows-
Massaker

Josiah Gibbs recherchierte Anfang des 20. Jahrhunderts über dieses Ereignis und schrieb dazu neben stehendes Buch.
Das Mountain-Meadows-
Massaker
(Kapitel 33 des Buches "Mormonism - Shadow or Reality?")
Enthalten ist
LETZTES BEKENNTNIS UND LETZTE ERKLÄRUNG JOHN D. LEES

John D. Lee war für die Durchführung des Massakers verantwortlich. Er tat dies wohl im Glauben und Gehorsam gegenüber seinen Kirchenführern, bekam aber später erhebliche Zweifel über die Richtigkeit und offenbarte in seinem Bekenntnis die wahre Geschichte dieses Massakers aus seiner Perspektive.
Besonderer Bericht über das Mountain-Meadows-
Massaker

2 Jahre nach dem Mountain-Meadows-
Massaker recherchiert ein US-Offizier vor Ort und liefert einen Bericht an die Regierung.
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