Kehlen durchschneiden

Es ist sehr interessant, dass Orson Hyde, einer der Zwölf Apostel in der Mormonenkirche, sich nach Joseph Smiths Tod sehr über Sidney Rigdon aufregte und ihn beschuldigte, Mord gelehrt zu haben, als die Mormonen in Far West waren. Die folgende Aussage von Orson Hyde erschien in der Mormonenzeitung Nauvoo Neighbor:

„Ältester Rigdon ist mit Joseph und Hyrum als ein RATGEBER DER KIRCHE verbunden gewesen und er erzählte mir in Far West, dass es für die Kirche unbedingt notwendig wäre, den Worten Joseph Smiths oder der Präsidentschaft ohne zu Fragen zu gehorchen, und sollte es jemand geben, der das nicht wollte, DANN SOLLTE IHNEN DIE KEHLE von Ohr zu Ohr DURCHGESCHNITTEN WERDEN.“ (The Nauvoo Neighbor, 4. Dez. 1844)

Hier muss ein verheerendes Zugeständnis gemacht werden. Da Sidney Rigdon ein Ratgeber zu Joseph Smith in der Ersten Präsidentschaft war, wäre es fast unmöglich zu glauben, dass Joseph Smith nicht wusste, was vor sich ging.

Obwohl Leland Gentry nicht zugeben will, dass Joseph Smith mit den Daniten verstrickt war, ist er fast gezwungen zuzugeben, dass Sidney Rigdon etwas mit ihnen zu tun hatte. Auf Seite 348 seines Buches A History of the Latter-day Saints in Northern Missouri From 1836 to 1839 erklärt er:

“Sidney Rigdons Verbindung zu den Daniten ist ebenfalls in Geheimnissen verborgen. Obwohl er leugnete, dass er oder Joseph Smith zu diesem Orden gehörten, werden ihm Aussagen während dieser Periode, die starke Daniten-Obertöne haben, zugeschrieben. Rigdons Biograph, Daryl Chase, lässt zu, während die Zeugenaussage vor Gericht gegen Rigdon einseitig war, dass sie zeigt, dass er einer der Haupt-Sturmzentren auf der Mormonenseite war.’“

Der Mormonenschreiber Klaus J. Hansen gibt offen zu, dass Sidney Rigdon half, die Danitenbande zu organisieren:

„Sampson Avard hatte mit stillschweigender Duldung und Ermunterung Sidney Rigdons eine geheime, militärische Organisation gegründet, die durch Gelöbnisse und geheime Passwörter zusammengeschweißt war… Angeblich hatte Avard diese Bande zur Selbstverteidigung gegen die Plünderungen der Missourianer gegründet. Aber seine wahren Absichten gingen weiter und müssen mit Joseph Smiths Ambitionen identifiziert werden, das politische Königreich Gottes aufzubauen. Obwohl der Prophet Avards übermäßigen Eifer zurückwies und ihn aus der Kirche exkommunizierte, kann es keine Frage sein, dass der Keim für Avards Ideen bei den Ideen gesucht werden muss, die ihren Ursprung beim Führer des Mormonismus selbst haben.“ (Quest of Empire, von Klaus J. Hansen, S. 57-58)

Das mormonische Argument, dass Joseph Smith von der Danitenbande nichts wusste, beginnt wirklich auseinander zu brechen, wenn der Mormonenschreiber Leland Gentry zugeben muss, dass die Erste Präsidentschaft – einschließlich Joseph Smith – an einer Daniten-Versammlung teilnahm:

„Zunehmender Druck von den zweifelhaften DANITEN führte zum einzigen Besuch JOSEPH oder HYRUM SMITHS, den sie je bei einer DANITEN-VERSAMMLUNG machten. Es ist möglich, dass Sidney Rigdon sie mehr als einmal besucht haben mag. Avard informierte jene Anwesenden bei der Versammlung, dass ‚er veranlasst hatte, dass die PRÄSIDENTSCHAFT hierher kommt, um zu zeigen, dass das, was er getan hat, ihrer Weisung und ihrem Willen entsprach’. Peck fügte aber hinzu, dass Avard ‚der Präsidentschaft’ vor der Versammlung nicht erklärte, was seine Belehrungen in dieser Gesellschaft gewesen waren’. John Clemenson, der bei derselben Gelegenheit ebenfalls anwesend war, bezeugte wie folgt:

Die drei, die die PRÄSIDENTSCHTAFT bilden, waren auf einer der Versammlungen, und um die Leute zufrieden zu stellen, rief Dr. Avard JOSEPH SMITH JUN. auf, der ihnen eine Versprechen gab, dass er, wenn er sie in Schwierigkeiten führen sollte, ihnen seinen Kopf als Fußball geben würde, und dass, wenn es der Wille Gottes wäre, diese Dinge so sein sollten. Der Lehrer und aktive Agent der Gesellschaft war Dr. Avard.

Man wird sich erinnern, dass die Danitenorganisation durch drei Stadien der Entwicklung gingen, von denen das längste, das zweite Stadium war, nämlich Selbstverteidigung vor der Pöbelgewalt…

Während der sehr frühen Periode von Stadium Nr. 2 besuchte die ERSTE PRÄSIDENTSCHAFT eine DANITENVERSAMMLUNG auf Avards Bitte hin. Obwohl Avard ‚der Präsidentschaft nicht erklärte, was seine Lehren in der Gesellschaft waren’, rechtfertigte er ihre Daseinsberechtigung mit der Begründung, dass sie gegründet wurde, um die Heiligen zu schützen. Wegen der unempfänglichen Einstellung der missourianischen Gesetzgebenden Körperschaft über die Anforderungen einer örtlichen Miliz, könnte die ERSTE PRÄSIDENTSCHAFT, nicht volle Absicht Avards verstehend, das Gefühl gehabt haben, dass die Gesellschaft eine rechtmäßige Basis für die Existenz hätte. Daher JOSEPH SMITHS Aussage, dass ‚wenn es der Wille Gottes wäre, diese Dinge so sein sollten’. Dieser Kommentar war nichts weiter als eine Empfehlung an die Versammelten, dass ihre Dienste in der Verteidigung ihrer Brüder für den Herrn annehmbar wären und im Einklang mit seinem Willen.“ (A History of the Latter-day Saints in Northern Missouri From 1836 to 1839, S. 342-343)

Auf Seite 362 desselben Buchs erklärt Leland Gentry:

„Der Student ist angesichts der Methoden von Sampson Avard entsetzt. Avard benutzte geschickt zahlreiche Kunstgriffe, um seine Organisation zu schaffen und zu verewigen. Er erzählte seinen Gefolgsleuten, dass er unter der Weisung Joseph Smiths handelte und schwur dann seine Männer zu ewiger Geheimhaltung ein, so dass sie sich nicht selbst erkundigen konnten. Er veranlasste sogar die Erste Präsidentschaft dazu, an einer Danitenversammlung teilzunehmen und ihre Billigung zu dem zu geben, was er lehrte, ohne sie natürlich darüber zu informieren, worin seine Belehrungen bestanden. Er selbst demonstrierte nach außen Loyalität der Kirche gegenüber, indem er das Gesetz der Weihung befolgte und seine Gefolgsleute drängte dasselbe zu tun.“

Es schien also, als hätten sich die Mormonenschreiber selbst in eine Ecke verfrachtet. Das einzig Vernünftige wäre für sie jetzt, die ganze Wahrheit über die Daniten zuzugeben. Harold Schindler, ein Mormonenschreiber, tut genau dies. Er erklärt:

„Eine der größten Kontroversen, die die Söhne Dans umgeben, betrifft die Frage, ob Joseph vor der öffentlichen Enthüllung der Gesellschaft im November 1838 von ihrer Existenz wusste und sie billigt oder nicht. Der Punkt ist erheblich, denn, wenn seine Verleugnungen solchen Wissens wahr sind, markiert es die einzige Gelegenheit in Orrin Porter Rockwells Leben, als er von den Vorschriften der Kirche abwich, indem er in ein unautorisiertes lehrmäßiges Abenteuer eintrat. Sein enges Verhältnis und ergebener Gehorsam dem Propheten gegenüber macht es unbegreiflich, dass er es unterlassen haben sollte, Joseph über die Daniten zu informieren. Ebenso SCHLIESST DER ABSOLUTE ZUGRIFF DES PROPHETEN AUF DIE KIRCHE DIE MÖGLICHKEIT AUS, DASS AVARD SOLCH EIN AUSMASS DER GEHEIMHALTUNG HÄTTE DURCHFÜHREN UND AUFRECHT ERHALTEN KÖNNEN. Schließlich bietet das Argument von sich aus an, dass der Prophet wahrscheinlich das Konzept anregte, da es eine zweifache Rolle spielte, zum einen eine Wiederkehr der Kirtland-Rebellion durch Aufdecken potentieller Abtrünniger fast sofort zu verhindern und gleichzeitig die Mormonen gegen ihre heidnischen Feinde zu beschützen.“ (Orrin Porter Rockwell; Man of God, Son of Thunder, von Harold Schindler, 1966, S. 44)


weiter

Die berühmtesten Daniten waren Bill Hickman, und John D. Lee, der Anführer des Mountain-Meadows-
Massakers.
Brighams
Zerstörender Engel

Bill Hickman erzählt von den zahlreichen Morden, die er im Auftrag Brigham Youngs beging, bis er schließlich vom Brighamismus genug hatte und auszusteigen versuchte, was dazu führte, dass er nun selbst gehetzt wurde.
Mountain-Meadows-
Massaker

Josiah Gibbs recherchierte Anfang des 20. Jahrhunderts über dieses Ereignis und schrieb dazu neben stehendes Buch.
Das Mountain-Meadows-
Massaker
(Kapitel 33 des Buches "Mormonism - Shadow or Reality?")
Enthalten ist
LETZTES BEKENNTNIS UND LETZTE ERKLÄRUNG JOHN D. LEES

John D. Lee war für die Durchführung des Massakers verantwortlich. Er tat dies wohl im Glauben und Gehorsam gegenüber seinen Kirchenführern, bekam aber später erhebliche Zweifel über die Richtigkeit und offenbarte in seinem Bekenntnis die wahre Geschichte dieses Massakers aus seiner Perspektive.
Besonderer Bericht über das Mountain-Meadows-
Massaker

2 Jahre nach dem Mountain-Meadows-
Massaker recherchiert ein US-Offizier vor Ort und liefert einen Bericht an die Regierung.
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