Den meisten Männern wurde befohlen, in jener Nacht dort auf dem Schlachtfeld zu lagern, aber Higbee und Klingensmith gingen mit mir zu Hamblins Ranch, wo wir etwas zu essen bekamen, und wir blieben dort die ganze Nacht. Ich war fast tot und brauchte Ruhe und Schlaf, in der Tat hatte ich seit letzter Samstagnacht nur wenig geruht. Ich nahm bald, nachdem ich mein Abendessen gegessen hatte, meine Satteldecke und warf sie auf den Boden und legte mich auf der Satteldecke nieder, wobei ich meinen Sattel als Kopfkissen benutzte, und schlief einen gesunden Schlaf bis zum nächsten Morgen.

Ich wurde am Morgen durch ein lautes Gespräch zwischen Isaac C. Haight und William H. Dame geweckt. Sie waren sehr aufgeregt und stritten miteinander. Ich stand sofort auf, aber ich war nicht in der Lage zu hören, worüber sie sich stritten, denn sie wurden leiser, sobald sie sahen, dass andere auf sie aufmerksam wurden.

Ich erfuhr bald, dass Col. Dame, Richter Lewis von Parowan und Isaac C. Haight mit etlichen anderen in der Nacht die Hamblin-Ranch erreicht hatten, aber ich weiß nicht zu welcher Zeit sie dort ankamen.

Nach dem Frühstück gingen wir gemeinsam zu den Meadows zurück, um die Toten zu begraben und uns um die dort zurückgelassenen Besitztümer zu kümmern.

Als wir die Meadows erreichten, ritten wir alle zu dem Teil des Schlachtfeldes, wo die Frauen tot herumlagen. Die Körper der Männer, Frauen und Kinder waren gänzlich nackt ausgezogen worden, was die Szenerie zur ekelhaftesten und grausigsten machte, die man sich vorstellen kann.

Da ich wusste, dass Dame und Haight bei Hamblins Streit miteinander hatten, wollte ich wissen, wie sie sich angesichts der Toten verhalten würden, die dort als Folge ihrer Befehle lagen. Ich war sehr interessiert, was Dame zu sagen hätte, weshalb ich dicht bei ihnen blieb, ohne den Anschein zu erwecken, dass ich sie beobachtete.

Colonel Dame war eine Zeitlang still. Er schaute über das ganze Schlachtfeld und war ziemlich blass und sah unbehaglich und erschreckt aus. Ich dachte damals, er würde gerade den Unterschied zwischen dem Geben und dem Ausführen von Befehlen zu dem ganzen Morden herausfinden. Er sprach zu Haight und sagte:

"Ich muss diese Angelegenheit den Autoritäten berichten."

"Wie wollen Sie es berichten?" sagte Haight.

Dame sagte: "Ich werde es einfach so berichten wie es ist."

"Ja, das denke ich auch, und werden Sie sich an dem Rest beteiligen?"

"Nein", sagte Dame, "ich werde mich nicht beteiligen, denn ich hatte nichts damit zu tun."

Haight sagte daraufhin: "So einfach geht das nicht, denn Sie wissen es 'verdammt noch mal' besser. Sie haben es angeordnet. Nichts ist getan worden außer aufgrund Ihrer Befehle und es ist für Sie zu spät, um Dinge anzuordnen und dann nicht dazu zu stehen und nicht zu den Männern zu stehen, die Ihre Befehle ausgeführt haben. Sie können mich nicht hereinlegen und ich wäre verdammt, wenn ich es mir gefallen ließe. Sie sind ebenso schuldig wie jeder und Sie wissen, dass wir nichts anderes getan haben als was Sie angeordnet haben. Ich weiß, dass ich Befehle befolgt habe und bei Gott, ich werde mir diese Sache nicht in die Schuhe schieben lassen."

Colonel Dame war sehr erregt. Ihm hatte es die Sprache verschlagen und er wäre weggegangen, aber er wusste, dass Haight ein Mann von Entschlossenheit war und dass er keine Torheiten zulassen würde.

Sobald sich Colonel Dame sammeln konnte, sagte er:

"Ich dachte nicht, dass es so viele waren, sonst hätte ich damit nichts zu tun haben wollen."

Ich dachte, es wäre jetzt Zeit, mich einzumischen, also sagte ich:

"Brüder, was ist das Problem zwischen Ihnen? Ich möchte nicht dass unsere Vorgesetzten uneins sind."

Haight kam herüber an meine Seite und stellte sich ein wenig mir gegenüber und sah gleichzeitig Colonel Dame ins Gesicht. Er war sehr aufgebracht und sagte:

"Das Problem ist einfach folgendes: Colonel Dame beriet mit mir und befahl mir, diese Sache zu tun, und jetzt will er sich davonschleichen und mich im Stich lassen und, bei Gott, das wird er nicht tun. Er wird nicht alles auf meine Schultern legen. Das kann er nicht tun. Er soll ja nicht versuchen, das zu tun. Ich werde ihn in die Hölle pusten, bevor er alles mir in die Schuhe schiebt. Er muss zu dem stehen, was er getan hat, wie ein kleiner Mann. Er weiß, dass er dies angeordnet hat, und ich warne ihn, es zu leugnen."

Colonel Dame war vollkommen eingeschüchtert. Er wagte nicht, es noch einmal zu leugnen, aber er sagte:

"Isaac, ich wusste nicht, dass sie so viele waren."

"Das macht keinen Unterschied", sagte Haight, "Sie befahlen mir, es zu tun, und Sie müssen für Ihre Befehle gerade stehen."

Ich dachte, es wäre jetzt an der Zeit, diese Aufregung zu beenden. Denn viele von den jüngeren Brüdern kamen jetzt dazu. Darum sagte ich:

"Brüder, dies ist nicht der Ort, um über solche Dinge zu sprechen. Sie werden mir zustimmen, dass Sie dorthin gehen, wo Sie leise sein und darüber sprechen können."

Haight sagte: "Da gibt es nichts mehr zu sagen, denn er weiß, dass er es angeordnet hat, und somit muss er auch dazu stehen."

Dies beendete den Streit zwischen ihnen und ich hörte nicht eher darüber, dass Colonel Dame das Geben von Befehlen noch einmal geleugnet hätte, bis nachdem die Kirchenautoritäten beschlossen, mich für die Sünden der Kirche zu opfern.

Dann gingen wir das Schlachtfeld entlang und kamen dort vorbei, wo die Brüder damit beschäftigt waren, die Körper zu bedecken. Sie stapelten die Körper zu Haufen auf, in kleinen Vertiefungen, und warfen Erde über sie. Die Körper waren knapp bedeckt, da der Boden hart war und die Brüder hatten nicht genügend Werkzeuge zum Graben. Ich vermute, dass es wahr ist, dass der erste Regen die Körper wieder frei wusch, aber ich ging nie wieder zurück, um nachzusehen, ob es so war oder nicht.

Dann gingen wir auf dem Schlachtfeld entlang an die Stelle, wo sich die Wagenburg und das Lager befunden hatten, dorthin, wo die Wagen standen. Wir stellten fest, dass die Indianer alle Wagenabdeckungen und die Kleidungsstücke und die Vorräte mitgenommen hatten, und sie hatten die Federn aus den Federbetten entleert und alle Bezüge mitgenommen.

Nachdem die Toten abgedeckt oder beerdigt waren (aber es hatte nicht viel mit einer Beerdigung zu tun), wurden die Brüder zusammengerufen und es wurde beim Aussiedlerlager eine Ratsversammlung abgehalten. Alle führenden Männer hielten Ansprachen: Colonel Dame, Präsident Haight, Klingensmith, John M. Higbee, Hopkins und ich. Die Ansprachen bestanden in erster Linie aus Danksagungen zu Gott, dass er unsere Feinde in unsere Hände geliefert hatte, als nächstes Danksagungen an die Brüder für den Eifer in Gottes Sache und schließlich in der Betonung der Notwendigkeit, immer zu sagen, dass es allein die Indianer gewesen wären und dass die Mormonen nichts damit zu tun hätten. Wie auch immer, die meisten Ansprachen hatten die Form von Ermahnungen und Befehlen, die ganze Angelegenheit vor jedem außer Brigham Young

ein Bild

geheim zu halten. Es wurde einstimmig abgestimmt, dass jeder, der das Geheimnis ausplaudern oder erzählen sollte, wer dabei war, oder irgendetwas tun sollte, dass zur Entdeckung der Wahrheit führen würde, den Tod erleiden sollte.

Die Brüder nahmen dann einen höchst feierlichen Eid auf sich, wobei sie sich selbst zu den schlimmsten und schrecklichsten Strafen verpflichteten, die ganze Angelegenheit vor jedem menschlichen Wesen geheim zu halten, solange sie lebten. Niemand sollte die Fakten kennen. Die Brüder wurden eingeschworen, nicht untereinander darüber zu reden, und jeder schwur zu helfen, diejenigen zu töten, die sich als Verräter der Kirche oder des Volkes in dieser Sache erweisen würden.

Man war sich dann einig, dass Brigham Young über die ganze Sache von jemandem informiert werden sollte, der vom Kirchenrat ausgewählt werden sollte, nachdem die Brüder heimgekehrt waren.

Es wurde auch beschlossen, alle Güter zu Klingensmith als Bischof der Kirche in Cedar City zu schaffen und er sollte zur Wohlfahrt der Kirche für die Güter sorgen, bis Brigham Young in Kenntnis gesetzt war und er weitere Anweisungen geben sollte, was damit geschehen sollte.

Kapitel XIX.

Colonel Dame segnete dann die Brüder und wir machten uns fertig, in unsere Heime zurückzukehren. Ich nahm meinen kleinen Indianerjungen, Clem, aufs Pferd hinter mich und brach nach Hause auf. Ich überquerte die Berge und kehrte auf demselben Weg zurück wie ich gekommen war.

Als ich ungefähr zwei Meilen in Harmony hineingekommen war, überholte ich eine Gruppe von ungefähr vierzig Indianern auf ihrem Heimweg vom Massaker her. Sie hatten eine große Menge blutiger Kleidung bei sich und trieben einige Stück Rindvieh mit sich, die sie den Aussiedlern abgenommen hatten.

Die Indianer freuten sich sehr, mich zu sehen, und sie sagten, dass ich ihr Anführer sei und dass sie mit mir als meine Männer nach Harmony gehen wollten. Es war der Befehl von den Kirchenautoritäten, alles zu tun, was wir könnten, um die Indianer friedlich zu stimmen und sie zu den besten Freunden der Mormonen zu machen, also beschloss ich, auf sie einzugehen.

Ich ritt weiter und sie marschierten hinter mir her, bis wir das Fort von Harmony erreichten. Wir begaben uns in das Fort und marschierten innen um die Runde, wonach sie anhielten und ein Siegesgeschrei von sich gaben, was für sie dasselbe bedeutete wie die Hurra-Rufe der Weißen. Ich ordnete dann an, den Indianern zu essen zu geben. Meine Familie gab ihnen etwas Brot und Melonen, was sie aßen, und danach verließen sie mich und gingen zu ihrem Stamm.

Ich möchte hier nochmals erklären, dass auf dem Schlachtfeld und nach dem Massaker und wieder bei der Ratsversammlung im Aussiedlerlager am Tag nach dem Massaker Befehle gegeben wurden, alles geheim zu halten, und wenn jemand das Geheimnis irgendeinem Menschen erzählen würde, müsste er getötet werden, und ich behaupte, dass es eine Tatsache war, wenn je ein Mann es damals erzählt hätte, oder viele Jahre danach, wäre er gestorben, denn einige "Zerstörende Engel" wären seiner Fährte gefolgt und hätten ihn über den "Rand des Beckens" geschickt.

Von jenem Tag an bis heute hat man es unter allen, die mit jenem Massaker zu tun hatten, so verstanden, dass derjenige, der das Geheimnis ausplauderte, sterben sollte. Er musste getötet werden, wo immer man ihn finden würde, wegen des Verrates an den Männern, die die Aussiedler töteten, und wegen seines Verrates an der Kirche. Niemand hatte die Freiheit, es seiner Frau oder sonst jemandem zu erzählen. Auch war den Brüdern nicht erlaubt, darüber zu sprechen, nicht einmal untereinander. So lauteten die Befehle und Anweisungen von Brigham Young bis hinunter zur untersten Autorität. Die Befehle, alles den Indianern zuzuschieben, waren genauso zwingend wie alles geheim zu halten. Dies war der Ratschluss aller, die Vollmacht hatten, und Jahre lang wurde er treu beachtet.

Die Kinder, die gerettet wurden, wurden nach Cedar City und in andere Siedlungen gebracht und unter verschiedenen Familien aufgeteilt, wo sie verwahrt wurden, bis sie Dr. Forney, dem Agent der Vereinigten Staaten, übergeben wurden, der ihretwegen kam.

Ich hatte nichts mit den Gütern oder dem Vieh oder sonst etwas zu tun, das den Aussiedlern genommen wurde, für etwa drei Monate nach dem Massaker, und danach übernahm ich die Verantwortung nur für das Vieh, weil es mir von Brigham Young so befohlen wurde.

Insgesamt gab es im Aussiedlerlager achtzehn Wagen. Sie hatten alle hölzerne Achsen, außer einem, der eine Achse aus leichtem Eisen hatte. Er war von vier Maultieren gezogen worden. Es gab ungefähr fünfhundert Stück Rindvieh, aber ich habe nicht einmal die Hälfte davon bekommen. Die Indianer töteten eine große Anzahl von ihnen zur Zeit des Massakers und trieben weitere zu ihren Stämmen, als sie von den Mountain Meadows heimkehrten. Klingensmith setzte das Brandzeichen der Kirche auf fünfzig oder mehr von den besten Rindern, und dann trieben er, Haight und Higbee die Rinder nach Salt Lake City und verkauften sie gegen Waren, die sie zum Handeln nach Cedar City zurückbrachten.

Die Indianer bekamen ungefähr zwanzig Pferde und Maultiere. Samuel Knight, einer der Zeugen bei meiner Gerichtsverhandlung, bekam eine große fuchsbraune Stute. Haight erhielt ein Gespann von durchschnittlichen amerikanischen Maultieren. Joel White bekam eine schöne Stute. Higbee bekam ein gutes, großes Maultier. Klingensmith bekam ein Gespann Maultiere. Haight, Higbee und Allen nahmen sich jeder einen Wagen. Die Leute nahmen sich alle, was sie wollten, und sie hatten sich viel mehr als die Hälfte aufgeteilt und aufgebraucht, bevor ich die Verantwortung darüber bekam.

Das erste Mal, dass ich davon hörte, dass ein Bote zu Brigham Young wegen Anweisungen geschickt worden war, was mit den Aussiedlern geschehen sollte, war drei oder vier Tage nachdem ich von den Meadows heimgekehrt war. Damals hörte ich es von Isaac C. Haight, als er zu mir nach Hause kam und mit mir eine Unterredung hatte. Er sagte:

"Wir befinden uns alle in Schwierigkeiten. Haslem ist mit Befehlen von Brigham Young von Salt Lake City zurückgekehrt, die Aussiedler in Sicherheit ziehen zu lassen."

In dieser Unterhaltung sagte Haight auch:

"Ich hatte einen Befehl an Higbee gesandt, die Aussiedler zu verschonen, nachdem ich einen Befehl ausgesandt hatte, sie alle zu töten, aber aus irgendeinem Grund erreichte die Botschaft ihn nicht. So wie ich es verstehe, begab sich der Bote überhaupt nicht zu den Meadows."

Sofort erkannte ich, dass wir uns in der Klemme befanden, und ich fragte Haight, was zu tun wäre. Wir sprachen die Angelegenheit noch einmal durch.

Haight sagte dann, dass die Anweisungen vom Rat lauteten, dass ich nach Salt Lake City gehen und die ganze Angelegenheit Brigham Young vortragen sollte. Ich fragte ihn, ob er nicht einen Bericht an den Gouverneur schreiben wollte, da er der richtige Mann dafür wäre, denn er hätte in diesem Teil des Landes das Kommando über das Militär und nach Dame das Kommando über den gesamten Distrikt. Ich sagte ihm, dass dies eine Sache wäre, für die die Militärabteilung zuständig wäre, und sie als solche berichtet werden sollte.

Er lehnte es ab, einen Bericht zu schreiben, und sagte:

"Sie können es besser berichten als ich es schreiben könnte. Sie sind wie ein Mitglied von Brighams Familie und können mit ihm persönlich und vertraulich reden. Ich möchte, dass Sie alles, was Sie können, auf sich nehmen und die Brüder nicht mehr, als Sie für nötig halten, bloßstellen. Tun Sie dies, Bruder Lee, wie ich es Ihnen befehle, und Sie werden dafür eine himmlische Belohnung erhalten, und die Zeit wird kommen, wann alle, die mit uns handelten, froh über den Teil sein werden, den Sie getan haben, denn die Zeit ist nahe, wann die Heiligen sich der Reichtümer der Erde erfreuen sollen. Und alle, die den Glauben und die Lehren der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage verleugnen, erschlagen werden - das Schwert der Rache wird ihr Blut vergießen. Ihr Wohlstand wird unserem Volk als Beute gegeben werden."

Zu jener Zeit glaubte ich alles, was er sagte, und ich erwartete voll und ganz, die himmlische Belohnung, die er versprochen hatte, zu empfangen. Aber jetzt sage ich: Verdammt seien all diese "himmlischen Belohnungen", da ich für das bekommen werde, was ich an jenem schicksalsvollen Tage getan habe.

Damals wurde jeden Sonntag dem Volk gepredigt, dass die Mormonen sofort die Erde erobern würden, und das ganze Volk glaubte, dass das Millenium gekommen wäre und dass Christi Regierung als vollendete Tatsache auf Erden bald beginnen würde.

Den Befehlen von Isaac C. Haight gemäß machte ich mich auf den Weg nach Salt Lake City, um sämtliche Tatsachen im Zusammenhang mit dem Massaker Brigham Young zu berichten. Ich brach etwa eine Woche oder zehn Tage nach dem Massaker auf, und ich war ungefähr zehn Tage unterwegs. Als ich in der Stadt ankam, ging ich zum Haus des Präsidenten und gab Brigham einen vollständigen und detaillierten Bericht über die ganze Angelegenheit, von Anfang bis Ende, nur dass ich etwas mehr auf mich nahm als ich getan hatte.

Er fragte mich, ob ich einen Brief von Haight mit seinem Bericht über diese Sache mitgebracht hätte. Ich sagte:

"Nein, Haight wollte von mir, dass ich einen mündlichen Bericht darüber abgebe, da ich ein Augenzeuge von dem meisten war."

Ich ging damals die ganze Affäre durch und gab ihm einen Bericht, so vollständig wie es für mich möglich war. Ich beschrieb jede Einzelheit. Ich erzählte ihm von den Befehlen, die Haight mir als erstes gab. Ich erzählte ihm alles. Ich erzählte ihm, dass "Bruder McMurdy, Bruder Knight und ich die verwundeten Männer in den Wagen mit Hilfe der Indianer töteten. Wir töteten sechs verwundete Männer."

Er stellte mir viele Fragen, und ich erzählte ihm jede Einzelheit und alles, was ich wusste. Ich beschrieb alles sehr deutlich. Ich erzählte ihm, was ich gegen das Töten der Frauen und Kinder gesagt hatte.

Brigham sagte daraufhin:

"Isaac (er meinte Haight) hat mir eine Nachricht geschickt, dass wenn sie jeden Mann, jede Frau und jedes Kind in diesem Haufen getötet hätten, dass kein Tropfen unschuldigen Blutes von den Brüder vergossen worden wäre, denn sie sind eine Bande von Mördern, Räubern und Dieben."

Während ich noch mit ihm redete, kamen einige Männer ins Haus, um ihn zu sehen. Deshalb bat er mich, mich ruhig zu verhalten, bis sie gegangen wären. Ich befolgte seine Anweisung.

Nachdem die Männer hinausgegangen waren, fuhr ich mit meinem Bericht fort. Ich gab ihm die Namen aller, die beim Massaker anwesend waren. Ich erzählte ihm, wer die verschiedenen Menschen tötete. Eigentlich gab ich ihm jede Information, die man geben konnte.

Als ich damit fertig war, über diese Angelegenheit zu sprechen, sagte er:

"Dies ist die unglücklichste Affäre, die je die Kirche befallen hat. Ich fürchte den Verrat unter den Brüdern, die dabei waren. Wenn irgendeiner diese Sache weitererzählt, so dass es an die Öffentlichkeit kommt, wird sie uns großen Schaden zufügen. Ich möchte, dass sie jetzt verstehen, dass sie dies nie wieder erzählen dürfen, nicht einmal Heber C. Kimball. Es muss unter uns geheimgehalten werden. Ich möchte, wenn Sie nach Hause kommen, dass Sie sich hinsetzen und einen langen Brief schreiben und einen Bericht über die Affäre geben, der sie den Indianern zurechnet. Sie unterzeichnen den Brief als Farmer für die Indianer und übergeben ihn mir als Vermittler der Indianer. Dann kann ich einen solchen Brief dazu benutzen, um Schaden und lästige Nachfragen abzuwehren."

Ich sagte ihm, dass ich den Brief schreiben würde. (Ich hielt mein Wort, aber als Beweis seiner Treulosigkeit: Er gab denselben Brief, den er mich schreiben ließ, an seinen Anwalt Howard, und er hat ihn als Beweis gegen mich bei meiner Gerichtsverhandlung vorgestellt.)

Brigham Young wusste, als er diesen Brief erhielt, genau wie ich, dass er kein wahrer Brief war und dass er nur auf Grund seiner Befehle geschrieben wurde, um die Öffentlichkeit von der richtigen Fährte wegzuführen. Er wusste, dass er geschrieben wurde, um einfach die ganze Schuld den Indianern in die Schuhe zu schieben und die Brüder zu decken. Diesen Brief schreibend gehorchte ich nur meinen Befehlen und verdiente mir die himmlische Belohnung, die mir versprochen worden war.

Dann sagte er: "Wenn nur Männer getötet worden wären, hätte ich mir nicht so viele Sorgen gemacht, aber das Töten der Frauen und Kinder ist die Sünde daran. Ich vermute, dass die Männer hartgesotten waren, aber es ist schlimm, Frauen und Kinder für die Sünden der Männer zu töten. Diese ganze Sache steht vor mir wie eine schreckliche Vision. Ich brauche Zeit, um darüber nachzudenken."

Dann sagte er mir, dass ich gehen und mich am nächsten Tag wieder melden sollte. Dann würde er mir eine Antwort geben. Ich sagte zu ihm:

"Präsident Young, die Leute hatten alle das Gefühl, und ich weiß, dass ich es glaubte, Befehlen zu gehorchen und für das Wohl der Kirche zu handeln und in strikter Übereinstimmung mit den Gelöbnissen, die wir gemacht haben, das Blut der Propheten zu rächen. Entweder müssen Sie anerkennen, was die Leute getan haben, oder Sie müssen uns aus den Gelöbnissen und Verpflichtungen entlassen, die wir auf uns genommen haben."

Die einzige Antwort, die er gab, war:

"Gehen Sie jetzt und kommen Sie morgen früh wieder und dann werde ich Ihnen eine Antwort geben."

Ich kam am nächsten Morgen wieder, um ihn zu treffen. Als ich eintrat, schien er ziemlich fröhlich zu sein. Er sagte:

"Ich habe diese Sache zum Gebetsthema gemacht. Ich ging damit direkt zu Gott und bat ihn, diesen Alptraum von mir zu nehmen, falls es eine rechtschaffene Sache war, die mein Volk getan hatte, als es jene Leute auf den "Mountain Meadows" getötet hatte. Ich habe eine Gewissheit von Gott, dass er alles zum Guten gewendet hat und die Tat rechtschaffen und in guter Absicht geschah.

Die Brüder handelten aufgrund reiner Motive. Das einzige Ärgernis besteht darin, dass sie ein wenig voreilig gehandelt hatten. Sie waren ein wenig in der Zeit voraus. Ich stehe zu dem, was sie getan haben. Alles, was ich befürchte, ist Verrat seitens einiger, die bei euch waren, aber wir werden uns darum kümmern."

Ich wurde nochmals gewarnt und erhielt den Befehl, die ganze Sache als heiliges Geheimnis zu behandeln, und wieder wurde mir gesagt, als "Indianer-Farmer" den Bericht zu schreiben und die Schuld den Indianern anzulasten.

So endete unser Interview und ich verließ ihn und machte mich bald auf den Weg heim nach Harmony.

Brigham Young war damals mit der Reinheit meiner Motive, die mich handeln ließen, wie ich es auf den "Mountain Meadows" getan hatte, zufrieden. Jetzt setzt er alle Hebel gegen mich in Bewegung, aber ich weiß, dass es nur Feigheit ist, die ihn sich gegen mich wenden ließ, wie er es zuletzt getan hatte.

Es gibt noch einen weiteren Irrtum, der von der Allgemeinheit in Utah geglaubt wurde, insbesondere unter den Mormonen. Nämlich, es wird im Allgemeinen berichtet, dass Brigham Young eifrig bemüht war, Richter Cradlebaugh zu helfen, alle Schuldigen festzunehmen. Es gibt in dieser Aussage nicht einen Funken Wahrheit. Brigham Young kannte die Namen jedes Mannes, der in irgendeiner Weise in das Mountain-Meadows-Massaker verwickelt war. Er wusste genauso viel darüber wie ich, nur dass er es nicht wie ich gesehen hatte.

Wenn Brigham Young einen Mann oder fünfzig oder fünfhundert einsperren lassen wollte, und er müsste nur ein Wort sagen, so würden sie sofort eingesperrt werden. Es gäbe kein Entrinnen für sie, wenn er ihre Festnahme anordnen würde. Jeder, der etwas über Affären in Utah zu jener Zeit weiß, weiß, dass es so ist.

Es ist wahr, dass Brigham ein großes "Trara" zu jener Zeit machte und viel davon redete, dass er die Schuldigen vor Gericht bringen würde, aber kein Wort war ernst gemeint, nicht ein einziges Wort. Er ging mit Cradlebaugh nach Süden, aber er achtete sorgfältig darauf, dass Cradlebaugh niemanden fangen konnte, der dem Massaker beigewohnt hatte.

Ich weiß, dass ich viel Kenntnis über ihr Kommen erhielt und so ging es auch allen Brüdern. Es gehörte zu einem der listigen Winkelzüge Brigham Youngs, die Regierung blind zu machen. dass dies wahr ist, kann ich mit der Aussage beweisen, die er in Cedar City machte, während er mit Richter Cradlebaugh unterwegs war, die Sache zu untersuchen und die Schuldigen festzunehmen.

Richter Cradlebaugh und seine Männer arbeiteten gewissenhaft, um alles darüber herauszufinden, aber sie brachten nicht sehr viel in Erfahrung. Es ist zwar wahr, dass sie sich auf dem richtigen Weg befanden, aber sie konnten nicht alles erfahren, da Brigham Young darauf achtete, dass sie die Tatsachen nicht erfahren konnten.

Während er in Cedar City war, predigte Brigham eines Abends, aber niemand von den Leuten des Richters hörte ihn. In seiner Predigt sagte er vom Mountain-Meadows-Massaker sprechend:

"Wisst ihr, wer diese Leute waren, die auf den "Mountain Meadows" getötet wurden? Ich werde euch sagen, wer diese Leute waren. Sie waren Väter, Mütter, Brüder, Schwestern, Onkel, Tanten, Vettern und Kinder jener, die die Heiligen töteten und sie aus Missouri vertrieben und nachher unsere Propheten im Carthage-Gefängnis töteten. Diese Kinder, um die die Regierung solch eine Aufregung gemacht hat, wurden von der Regierung eingesammelt und nach Missouri, nach St. Louis zurückgebracht, und es wurden Briefe an ihre Verwandten geschickt, damit sie kämen und sie abholten. Aber ihre Verwandtschaft schrieb zurück, dass sie sie nicht haben wollten, dass sie die Kinder von Dieben, Gesetzlosen und Mördern wären und sie nicht nehmen wollten. Sie wollten nichts mit ihnen zu tun haben und wollten sie nicht um ihre Häuser herum haben. Diese Kinder befinden sich jetzt im Armenhaus in St. Louis. Und doch nach all diesem wurde mir erzählt, dass es viele Brüder gibt, die bereit sind gegen die Brüder, die in jener Affäre verwickelt waren, auszusagen und zu schwören. Ich hoffe, dieser Bericht enthält keine Wahrheit. Ich hoffe, es gibt hier keine solchen Personen unter dem Klang meiner Stimme. Sollte dies doch der Fall sein, werde ich euch meine Meinung über euch und die Tatsache sagen, soweit es euer Schicksal betrifft. Wenn ihr nicht sofort Buße von dieser unheiligen Absicht tut und das Geheimnis von allem, was ihr wisst, bewahrt, werdet ihr einen Hundetod sterben und verdammt sein und zur Hölle gehen. Ich möchte nichts mehr von Verrat unter meinem Volk hören."

Diese Worte Brigham Youngs gaben allen, die draußen in der Wildnis waren, um nicht den Beamten über den Weg zu laufen, viel Trost. Es gab uns Gewissheit über unsere Sicherheit und nahm uns die Tränen.

Es zirkulierten alle Arten von Berichten über mich und je größer die Lüge, die erzählt wurde, umso bereitwilliger wurde sie geglaubt.

Ich habe in dieser Erklärung nur gesagt, was ich beim Mountain-Meadows-Massaker getan hatte. Die Zeugenaussage von Jacob Hamblin ist gänzlich falsch. Hamblin log in jeder Einzelheit soweit sich seine Aussage auf mich bezog.

Es ist mein Schicksal, für das, was ich tat, zu sterben, aber ich gehe mit einer Gewissheit meinem Tod entgegen, dass er nicht schlechter sein kann als mein Leben in den letzten neunzehn Jahren.

(MORMONISM UNVEILED: OR THE LIFE AND CONFESSIONS OF THE LATE MORMON BISHOP JOHN D. LEE, 1880, S. 213, 214, 218-254, 258 & 259)


weiter


 

Die berühmtesten Daniten waren Bill Hickman, und John D. Lee, der Anführer des Mountain-Meadows-
Massakers.
Brighams
Zerstörender Engel

Bill Hickman erzählt von den zahlreichen Morden, die er im Auftrag Brigham Youngs beging, bis er schließlich vom Brighamismus genug hatte und auszusteigen versuchte, was dazu führte, dass er nun selbst gehetzt wurde.
Mountain-Meadows-
Massaker

Josiah Gibbs recherchierte Anfang des 20. Jahrhunderts über dieses Ereignis und schrieb dazu neben stehendes Buch.
Das Mountain-Meadows-
Massaker
(Kapitel 33 des Buches "Mormonism - Shadow or Reality?")
Enthalten ist
LETZTES BEKENNTNIS UND LETZTE ERKLÄRUNG JOHN D. LEES

John D. Lee war für die Durchführung des Massakers verantwortlich. Er tat dies wohl im Glauben und Gehorsam gegenüber seinen Kirchenführern, bekam aber später erhebliche Zweifel über die Richtigkeit und offenbarte in seinem Bekenntnis die wahre Geschichte dieses Massakers aus seiner Perspektive.
Besonderer Bericht über das Mountain-Meadows-
Massaker

2 Jahre nach dem Mountain-Meadows-
Massaker recherchiert ein US-Offizier vor Ort und liefert einen Bericht an die Regierung.
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